Jamie offenbart Gillian endlich die ganze Wahrheit über die Bedrohung durch die G.E.D. Doch mit einer klugen juristischen Lösung gelingt es ihnen, Meadowland dauerhaft zu schützen.
Seit Tagen war Jamie ganz anders als sonst. Schweigsam und nachdenklich.
Gillian: „Jamie, was ist los? Du bist schon seit Tagen so furchtbar still und mit Deinen Gedanken ganz woanders.“
Jamie: „Erinnerst Du Dich noch an unseren ersten Ausritt mit Snap und Coffee? Da hab ich mich in Dich verliebt. Aber der alte Jamie hätte sich nie gewagt Dir das zu sagen.“
Gillian: „Warum sagst Du das jetzt? Hab ich was falsch gemacht?“
Jamie: „Du hast nichts falsch gemacht. Aber ich. Komm, lass uns mal da vorne hinsetzen.“
Wir setzten uns auf einen Baumstumpf
Jamie: „Ich habe Dir etwas nicht gesagt. Aber ich kann und will keine Geheimnisse vor Dir haben. Es geht um meinen Vater und die G.E.D. Aber mach Dir keine Sorgen – Claires Vater hat alles geregelt.“
Jamie erzählte mir die ganze Angelegenheit. Ich war geschockt. Ich wusste, sein Vater war ein unangenehmer Mensch, aber das er so weit gehen würde. Jamie fühlte sich schlecht, weil er nicht selbst etwas unternommen – und mir nicht gleich die Wahrheit erzählt hatte. Er schämte sich für seinen Vater und verachtete ihn jetzt noch viel mehr. Für ihn existierte er nicht mehr. Aber Jamie hatte das Richtige getan. Er hatte Hilfe gesucht und gefunden. Ich hätte an seiner Stelle genauso gehandelt.
Gillian: „Jamie, Du bist nicht wie Dein Vater und Du trägst keine Schuld – an nichts. Du bist ein guter Mensch, dem ich blind vertraue und den ich liebe.
Ich musste mich unbedingt bei Claires Vater bedanken.
Gillian: „Jamie, ich hab mit Claires Vater telefoniert um mich zu bedanken. Ihm ist etwas eingefallen, dass unser Problem endgültig lösen würde. Es nennt sich Grunddienstbarkeit.“
Ich erklärte Jamie, was es damit auf sich hatte. Mit der Grunddienstbarkeit wird ein dauerhaftes Verbot im Grundbuch eingetragen – zum Beispiel ‚Auf diesem Anwesen ist die Suche, Förderung oder Nutzung von Bodenschätzen unzulässig.‘ Das könnte nicht einfach aufgehoben werden und würde auch für alle zukünftigen Eigentümer gelten. So würde ich weiter Eigentümerin bleiben und es gäbe keine Einschränkungen für den Ranchbetrieb, das Reiten oder Bauten, die eventuell noch kommen könnten.
Jamie: „Das hört sich fantastisch an. Damit wären unsere Ängste und Sorgen vorbei und Du hättest diesen Geiern einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.“
Ein befreundeter Fachanwalt von Claires Vater hatte einen rechtssicheren und unanfechtbaren Antrag aufgesetzt. Dieser war bereits notariell beurkundet und die Grunddienstbarkeit ins Grundbuch eingetragen. Meadowland war sicher. Einige Tage später kreuzte Herr Kembell persönlich, gefolgt von Mrs. Drake bei mir auf. Diesmal konnte ich ihnen und ihren Halbdrohungen sicher entgegentreten.
Mrs. Drake: „Dieses Projekt lässt sich nicht mehr aufhalten. Manchmal ist Kooperation … klüger.“
Gillian: „Dann sollten Sie das zuerst lesen.“
Ich überreichte Herrn Kembell eine Kopie des Grundbucheintrages mit der Grunddienstbarkeit. Es las und sein Gesicht wurde rot wie eine Tomate.
Herr Kembell: „Was?!!! Ich habe kein Interesse mehr. Frau Drake, wir gehen.“
Damit rauschten die beiden ab.
Gillian: „Wir haben es geschafft, Jamie. Jetzt ist Meadowland unser sicheres zu Hause.“
Jamie: „Du hast es geschafft, Gillian. Unser zu Hause, dass unserer vier Kinder, unserer zwölf Enkel, unserer vierunddreißig …“
Da war er wieder, der Jamie den ich so liebte …
Jamie: „… nein lieber nur dreiunddreißig Urenkel und …“
Gillian: „Na endlich redet er wieder Blödsinn … ich geh schonmal, das kann Stunden dauern.“
Ich wollte mich nochmal in aller Form bei Mr. Riverton bedanken und führ zum Jorvik-Stall.
Gillian: „Mr. Riverton, ich wollte mich nochmal bei Ihnen für alles was Sie für mich getan haben bedanken.“
Mr. Riverton: „Gillian, das wäre nicht nötig gewesen. Wissen Sie, anfangs war ich von Meadowland, als Platz für meine Tochter nicht überzeugt. Aber ich habe erkannt, Meadowland ist ein Ort, an dem Menschen bleiben dürfen – und wachsen.“
Wieder zu Hause angekommen, schaute ich hinunter zum Stall. Ich sah all die Menschen, für die die Ranch ein Ort des willkommen seins war und musste an Mr. Rivertons Worte denken – Meadowland … ein Ort, an dem Menschen bleiben dürfen – und wachsen. Ja, das war es.