Sadie eckt auf Meadowland weiter an, bis ein Fehler mit Foxy alles eskalieren lässt. Ausgerechnet Jamie findet einen Weg, sie zu erreichen – und etwas in ihr zu verändern.
Ich wollte Sadie in den Alltag auf Meadowland integrieren und ihr eine sinnvolle Aufgabe geben.
Gillian: „Die Pferde müssen regelmäßig bewegt werden. Ich zeig Dir wie man longiert. Du musst darauf achten, dass die Longe nicht durchhängt, sonst kann sich das Pferd darin verfangen. Wickle die Longe nie um die Hand, sonst ist die ab, wenn es durchgeht. Stehst Du zum Ende des Pferdes, wird es schneller. Stehst Du zum Kopf, wird es langsamer.“
Sadie: „Gib her, ich versuche es.“
Wirklich Lust hatte Sadie nicht. Weder an der Rancharbeit, noch wollte sie sich mit den Pferden beschäftigen. Ihren Missmut zeigte sie deutlich. Ich ließ sie Foxy longieren. Es war brav, alt und lief anständig. Sadie war mit dem Kopf nicht dabei und ich musste sie x-mal ermahnen die Longe, die ständig wieder auf dem Boden hing wieder kürzer zu nehmen.
Gillian: „Das machst Du toll. Nimm die Longe etwas kürzer, sie hängt durch.“
Sadie; „Ja ja, das ist langweilig. Immer im Kreis herum, eine richtige Idiotenarbeit.“ Plötzlich verfing sich Foxys Bein in der Longe und er fiel fast. Ich lief sofort zu ihm
Gillian: „Oh nein! Jetzt hat sich die Longe ums Bein gewickelt. Hilf mir!“
Sadie: „Ich habe keinen Bock mehr. Mach Deinen Mist doch alleine.“
Sie warf die Longe auf den Boden und ging einfach. Im Stall redete ich mit Jamie darüber
Gillian: „ … und jetzt lahmt Foxy. Die Tierärztin meinte, das würde sich von alleine geben. Sadie ist einfach abgehauen. Ich kann das nicht, Jamie.“
Jamie: „Vielleicht ist sie nur weg, weil sie selbst geschockt war und dachte Du wärst sauer. Das bist Du ja auch und das ist keine gute Basis. Lass es mich versuchen.“
Eigentlich war ich über Jamies Vorschlag froh, denn ich hatte hetzt auch ‚keinen Bock‘ Sadie zu sehen. Was mich weniger froh machte war, dass Jamie sich Field ausleihen wollte. Er hatte vor mit Sadie auszureiten und über alles zu sprechen. Er meinte, in der Natur ist man entspannter und es ist leichter über Dinge zu sprechen. Das stimmte und ich überließ ihm Field. Jamie ließ Sadie Field putzen
Jamie: „Das machst Du richtig gut mit Field. Er ist Gillians erstes eigenes Pferd und sie muss einem Menschen sehr vertrauen, wenn sie ihn darauf reiten lässt.“
Sadie: „Und Du meinst sie vertraut ausgerechnet mir?! Jamie, ich wollte nicht, dass das mit Foxy passiert. Es tut mir leid. Ich bin oft so voller Wut, weil ich es keinem recht machen kann und keiner an mich glaubt.“
Die beiden ritten am Ufer des Silversong Flusses
Jamie: „Ich weiß wie das ist. Wie man sich fühlt und am Ende verliert man den Glauben an sich selbst. Das ist der größte Fehler. Du darfst nie glauben, dass Du wertlos bist.“
Sadie: „Für einen Typ mit einem Verkleidete-Katze-Shirt bist Du ganz schön weise. Aber Du hast recht. Es ist mir nicht egal, dass ich so bin – wie ich bin. Es ist mein Schutzschild. So lassen mich die Leute schneller in Ruhe.“
Sadie und Jamie waren sehr lange unterwegs. Jamie erzählte von seiner Vergangenheit, seinem Ausbruch um sich selbst zu finden zu finden und nicht mehr die Person zu sein, die alle forderten. Er erzählte von uns, dass wir uns für das liebten, was und wer wir waren – ganz wir selbst. Das konnte Sadie auch erreichen, wenn sie begann wieder an sich zu glauben und sich selbst zu lieben. Ich stand in der Küche als Sadie hereinkam
Sadie: „Es tut mir leid, was heute passiert ist. Es war echt blöd von mir. Ich hoffe Foxy geht es bald wieder gut. Ich gehe jetzt schlafen, gute Nacht.“
Gillian: „Foxy wird schon wieder. Gute Nacht Sadie. Schlaf gut.“
Jamie und ich saßen im Wohnzimmer
Gillian: „Sadie hat sich bei mir entschuldigt. Es klang ehrlich. Ihr habt geredet … oder?“
Jamie: „Wir hatten ein langes und offenes Gespräch. Ich glaube sie brauch jetzt erst einmal Zeit zum Nachdenken. Aber Gillian, Du täuschst Dich in ihr. Lass Dir das von einem weisen Mann mit einem Verkleidete-Katze-Shirt sagen.“
Am nächsten Morgen kam Sadie zum Außenstall
Sadie: „Gillian, meinst Du wir könnten das mit dem Longieren heute nochmal versuchen? Ich würde es wirklich gerne lernen.“
Gillian: „Na klar Sadie. Dann lass uns gleich anfangen.“
Ein neuer Tag, eine veränderte Sadie. Ich wusste nicht wie er es machte, aber mit Jamie wurde immer alles besser.