Episode 058
Endlich Wildwoods

Episode 058

Endlich Wildwoods

Josh nimmt Gillian mit nach Wildwoods, wo sie den Urpferden so nah kommt wie nie zuvor. Zwischen Magie, Nähe und offenen Gefühlen endet der Ausflug mit einer Nachricht, die alles verändert.

Josh stand bei den Paddocks, als ich mit Corny zurückkam.

Josh: „Erinnerst Du Dich noch an Gary, der die Urpferde in Wildwoods bebetreut? Ich hab ihm versprochen am Wochenende für ihn einzuspringen. Du wolltest Wildwoods doch kennenlernen. Wie wär's wenn Du mich begleitest?“

Gillian: „Wow Josh! Das wäre wundervoll. Ich wollte schon so lange einmal dort hin. Klar komme ich mit!“

Wir starteten früh am Morgen und hatten Wildwoods ein paar Stunden später erreicht.

Josh: „Und was sagst Du? Hier ist das Klima auch viel milder.“

Gillian: „Es ist richtig schon hier. Alles ist so saftig grün und die Felsen. Ich bin schon so gespannt auf die Urpferde.“

Nach einer Weile erreichten wir Garys Lager. Mittendrin stand ein freilaufender Elch.

Gillian: „Oh mein Gott, er hat einen Elch. Meinst Du der ist gefährlich? Nicht dass er uns angreift oder tritt! Oh nein, ich hab mein Rescue Pack nicht dabei ...“

Josh: „Das ist Garys Lager. Wir können in seinem Wagen übernachten. Für eine Nacht wird das schon gehen.“

Wir machten uns auf den Weg, die Herden der Urpferde zu finden. Josh kannte sich in Wildwoods gut aus. Und schon kurze Zeit später hatten wir die erste Herde entdeckt.

Josh: „Das ist das Wiehertal. Diese Pferde gehören zur Herde der Förster. Man sagt, für sie haben die einfachen Dinge des Lebens – die größte Bedeutung.“

Gillian: „Womit sie ja eigentlich recht haben. Wir schätzen die einfachen Dinge häufig nicht genug. Schau doch, die Fohlen wie niedlich.“

Als nächstes fanden wir eine Herde in einer bizarren Landschaft mit vielen violetten Lichtreflexen.

Josh: „Das hier ist Alder, der älteste Hengst der Mystiker Herde und recht zutraulich. Die Mystiker sind Träumer, als waren sie auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung. Es ist schon spät Gillan. Nach der dritten Herde schauen wir morgen.“

Gillian: „Er ist wunderschön. Diese Gegend hat auch etwas Mystisches, ich kann die Herde schon verstehen. Aber Du hast recht, wir sollten zurück zum Lager reiten.“

Im Lager machte Josh ein Feuer und wir setzten uns.

Josh: „Ich möchte mit Dir zusammen sein, Gillian - den Rest meines Lebens mit Dir verbringen. Ich verstehe Jamies plötzliches Interesse an Dir nicht.“

Gillian: „So plötzlich kam das gar nicht. Ich glaube, ich muss Dir einiges erklären. Du bist nach Wyoming abgereist und hast Jamie gebeten auf der Ranch zu helfen ...“

Ich erklärte Josh, wie traurig ich nach seiner Abreise war und das Jamie es nicht mit ansehen konnte. Ich erzählte von Jamies Aufmunterungsversuch mit dem Skiwochenende, von dem Drama in der Höhle - bei dem ich solche Angst hatte dort zu sterben und Jamie mich beruhigte. Ich erzählte davon, dass Jamies Vater die Pferde verkaufte und er mir so leid tat. Auch von dem Reitunfall, der mir vor Augen führte - wie schnell alles vorbei sein kann. Und ich erzählte von dem Abend als wir ausgingen, der mit einem Kuss endete - weil ich Jamie liebte, aber auch Angst hatte ihn zu verlieren - so wie ich Josh verloren hatte. Am Abend lagen wir in unseren Schlafsäcken in Garys Wagen.

Josh: „Ach Missy, ich würde mir wünschen, dass jeder Abend so endet ... nur Du und ich und ein bequemerer Untergrund.“

Gillian: „Josh, das wäre wundervoll. Ich weiß jetzt schon nicht, ob ich morgen nochmal von hier wieder hochkomme.“

Am nächsten Morgen suchten wie die dritte Herde. Wir fanden sie in einer kargen, felsigen Gegend.

Josh: „Das hier sind Krieger. Man nennt sie so, weil sie ständig ihre Kräfte untereinander messen. Die Krieger Herde hält sich nur hier oben in dieser felsigen Gegend auf. Das passt zu ihnen. Die meisten haben diese gestreifte Fellzeichnung, siehst Du's?“

Gillian: „Die sehen schon beeindruckend aus. Und ich bin auch sehr beeindruckt von Dir. Du weißt so viel über diese Herden, ihre Eigenschaften und die Lebensräume. Es hat mir schon immer an Dir gefallen, wie tief Dein Wissen ist und wie Du Dich mit Dingen beschäftigst.“

Es war an der Zeit den Rückweg nach Meadowland anzutreten. Josh hielt an einer Stelle und bat mich abzusteigen.

Josh: „Gillian, ich hab mich so sehr nach etwas Zeit mit Dir alleine gesehnt - und es war wundervoll. Ich weiß, Du brauchst Zeit für Deine Entscheidung und deshalb muss ich Dir etwas sagen. Ich werde mit Mac auf Tour gehen. Nur für ein paar Wochen. Das gibt Dir Zeit in Ruhe nachzudenken.“

Mir schossen Tränen in die Augen, aber ich konnte nichts sagen. Diese wunderschönen Tage hier in Wildwoods endeten mit einer Nachricht, die ich nicht erwartet hatte.

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