Claire trifft eine schwierige Entscheidung: Sie verlässt den Jorvik Stall und bringt ihre Pferde nach Meadowland. Während ein neuer Stall entsteht, beginnt für sie ein vorsichtiger Neuanfang – begleitet von alten Gefühlen und neuen Hoffnungen.
Jamie hatte recht, ich wollte ihn in Jarlaheim zum Essen einladen, als der Reitunfall dazwischen kam. Ich lud ihn also ein, aber nicht nur weil ich es ihm schuldig war, nein - ich hatte selbst große Lust auf einen schönen Abend mit ihm. Essen, unterhalten, flirten und alles was zu einem Date dazugehört. Nicht dass es sich hierbei um ein Date handeln würde ... ! Er holte mich zu Hause ab.
Jamie: „Ma'am, Ihr Chauffeur ist da. Das bringt mich zu der Überzeugung, Sie haben zum Glück nicht selbst gekocht.!
Gillian: „Da liegen Sie ganz richtig, den Kochlöffel schwinge ich nur für ganz besondere Leute.“
Nach dem Essen gingen wir noch etwas Trinken. Ich fühlte mich sehr wohl. Jamie war so süß, ein Unterhalter, ein Zuhörer und ein perfekter Gentleman. Wir lachten viel.
Jamie: „... und dann hat er auch noch den Hammer auf Johns Fuß fallen lassen. Der ging ab wie eine Rakete ...“
Gillian: „Ich werf mich weg! Hör auf, ich kann nicht mehr.“
Aber es gab auch ernsthafte Gespräche, besonders die über Jamies Kindheit. Er hatte es nicht leicht und musste nach seinem Weggang von zu Hause, sein eigenes Ich erst kennenlernen. Und dieses Ich war so frei, so sicher und so liebenswert. Liebenswert ... ja, ich liebte Jamie. Es war stockdunkel als wir zurück zum Auto gingen und Jamie einen kleinen Annäherungsversuch startete.
Jamie: „Rein aus Sicherheitsgründen nehm ich Deine Hand. Man weiß ja nie, welche Gestalten sich in diesen dunklen Gassen rumtreiben.“
Gillian: „Ja mach nur, wenn Du Dich dadurch besser fühlst. Ich verspreche Dich zu beschützen. Wenns unbedingt sein muss – sogar mit meinem Leben ... ach nein, lieber doch nur beschützen.“
Als wir auf Meadowland ankamen, war im Stall noch Licht.
Gillian: „Schau mal, im Stall brennt noch Licht. Um diese Zeit ... komisch.“
Jamie: „Du hast recht, lass uns mal nachsehen. Eigentlich macht Mary das Licht aus, wenn sie abends für die Tiere nochmal Wasser holt. Komm wir schauen besser nach.“
Im Stall erwartete und eine Katastrophe.
Jamie: „Oh Mist! Da hat jemand vergessen das Wasser abzudrehen.“
Gillian: „Wer war das doch gleich, der hier abends Wasser holt und dann das Licht ausmacht?“
Wir waren eine ganze Weile damit beschäftigt, den Stall wieder trocken zu legen. Als wir fertig waren, kam Jamie auf mich zu und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Jamie: „Ich hab gehört, die Putzfrau hier wäre nicht nur fleißig, sondern auch underschön. Und sie hatten recht.“
Ein absolut romantischer und kribbelnder Moment.
Gillian: „Der Vorarbeiter soll aber auch nicht übel sein. Besonders, wenn er der Viehhüterin morgen einen Tritt in den Hintern gibt. Auf was wartest Du noch ... küss mich, Spaßvogel!“
Wir küssten uns. Plötzlich war ich zurück in der Realität. Ich nahm meine Sachen und ging.
Gillian: „So, dann hätten wir das ja auch erledigt. Gute Nacht, Jamie.“
Jamie: „Gillian ...?“
Dann hätten wir das auch erledigt ... ?! Was machte ich denn da? Erst forderte ich ihn auf mich zu küssen, dann bekam ich kalte Füße ... und letzten Endes so ein blöder Spruch! Wahrscheinlich war mein kurzzeitiger Mut den vielen Drinks geschuldet. Auch wenn ich ihn liebte, ich hätte ihm keine Hoffnung auf mehr machen dürfen. Wie sollte ich das nur wieder geraderücken? Ich hatte die ganze Nacht überlegt und ging am nächsten Morgen direkt zu ihm.
Gillian: „Guten Morgen, Jamie. Können wir über gestern Abend reden?“
Jamie: „Gillian, wir brauchen nicht mehr reden. Ich habs verstanden Wir sind nur Freunde. Ich halte mich künftig zurück und mache nur meine Arbeit hier.“
Als ich gerade etwas erwidern wollte, fuhr ein Taxi auf den Hof. Die Tür wurde geöffnet. „Gillian! Ich bin zurück.“ Es war Josh.