Ein Kaufangebot für Meadowland scheint die perfekte Lösung zu sein – bis Gillian erfährt, was wirklich hinter den Interessenten steckt. Plötzlich steht nicht nur die Ranch auf dem Spiel.
Auf dem Weg zur Arbeit entdeckte ich einen Zeitungsstand, der auch Journale aus Jorvik verkaufte. Im ‚Riders Today‘ gab es einen interessanten Artikel über die ambitionierte, junge Reiterin Claire Riverton von Jarla Equestrian mit Sitz im Jorvik Stall. Dort war ich vor Kurzem mit Field. Claire war im großen Turniersport unterwegs, doch ihre große Leidenschaft sei anderer Art – was aber noch ein Geheimnis sei. Ach, wenn ich doch nur so reiten könnte wie sie. Im Büro angekommen fand ich die E-Mail eines Kaufinteressenten für die Ranch, in meinem Posteingang. E-Mail: Absender – Mrs. Drake Betreff – Immobilie Jorvik Sehr geehrte Frau Meadowland, wie wir erfahren haben ist das Flurstück 158/1-27 im Gebiet Firgrove in Ihr Eigentum übergegangen. Wir möchten hiermit unser starkes Interesse an diesem Objekt bekunden. Die Beschaffenheit der Natur ist uns enorm wichtig. Und Tiere lieben wir auch – solange wir sie nicht selbst versorgen müssen – aber sie haben ja Angestellte. Diese können wir übernehmen. Geld spielt keine Rolle, also benennen Sie uns Ihren Preis und teilen Sie uns einen Termin für den Vertragsabschluss mit. Hochachtungsvoll G.E.D. Jarlaheim Mrs. Drake Das klang sehr gut und ich war begeistert. Ich fragte mich nur woher diese Mrs. Drake davon erfahren hatte. Noch hatte ich meine Pläne ja nicht öffentlich gemacht. Vermutlich hatte es sich auf der Insel herumgesprochen. Sofort antwortete ich auf die Mail und vereinbarte einen Termin. Zum vereinbarten Termin auf Meadowland kam Mrs. Drake und brachte ihren Chef Herrn Kembell mit. Ich begann die Führung bei den Außenställen und wollte ihnen anschließend die Reitarena zeigen. Aber sie waren nicht interessiert.
Mrs. Drake: „Nein danke, wir haben genug gesehen. Lassen Sie uns jetzt den Vertrag unterzeichnen.“
Herr Kembell zog einen fast ein Meter langen Vertrag mit jeder Menge Kleingedrucktem hervor. Plötzlich tauchte ein Mann mit einer Beinprothese auf und unterbrach das Gespräch
Mann: „Halt Gillian! Unterschreiben Sie nichts! Wissen Sie mit wem Sie es zu tun haben? Diese Betrüger werden hier alles zerstören und das Land ausbeuten.“
Gillian: „Ich hatte keine Ahnung. Stimmt das? Wer sind Sie?“
Es stimmte. Der Mann war Hugh - ein Vertreter Der HRA, der auf Südhuf eine Rettungsranch betrieb. Er berichtete mir, dass die G.E.D mit betrügerischen Machenschaften Land ergaunert, um es dann mit der Suche nach Bodenschätzen zu zerstören. Niemals würde ich die Ranch an diese Leute verkaufen! Nachdenklich setzte ich mich auf die Bank vorm Stall. Josh setzte sich zu mir. Ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen.
Gillian: „Tut mir leid Josh. Ich habe für mich den einfachsten Weg gesucht und dabei eure Jobs und Georges Vermächtnis fahrlässig aufs Spiel gesetzt.
Josh: „Du hättest mit uns reden können, Missy. Wir hätten zusammen überlegen können, was vielleicht nicht der Einfachste – aber der beste Weg für alle wäre.“
Josh erzählte … Onkel George ging es immer um das Wohl der Pferde und seiner Mitarbeiter natürlich, denn nur ein Mitarbeiter der gut behandelt wird – wird auch die Pferde gut behandeln. Manche der Tiere wurden von allen aufgegeben. George gab sie nie auf. Egal ob sie Probleme machten, gesundheitlich nicht fit waren oder von Reitern kaputtgeritten wurden. Er sah in jedem die Einzigartigkeit und half dabei, einen Weg zu finden wie sie ein gesunden und langes Pferdeleben führen konnten. Ob als Reitpferd, Beisteller oder Rentner. Für jedes Pferd fand er eine Lösung … er war ein kauziger, aber guter Mann. Ich hatte beschlossen noch ein paar Tage auf der Ranch zu bleiben. Ein Zimmer im Haus war immer frei und ein Platz für Field sowieso. Ich sah mir alles an und versuchte diese Eindrücke auch mit Georges Augen zu sehen. Mit dem Gedanken an Georges Vermächtnis wurde mir klar, das ist mein Platz. Der Platz, den ich so lange suchte und nicht wusste wie – und wo er sein könnte.