Ein Ausritt mit Jamie endet in einer verschütteten Höhle. Zwischen Angst, Kälte und unausgesprochenen Gefühlen wird aus einem schönen Tag ein Moment, der alles verändert.
Der Tag war sehr schön und bot sich für einen Ausritt an.
Gillian: „Jamie komm, wir gehen ausreiten. Corny und mir fällt die Decke auf den Kopf.“
Jamie: „Zu Befehl Ma'am. Ich habe ja sonst nichts zu tun außer Futter abholen, den Verkaufsstall ausmisten ...“
Von einer Anhöhe aus hatte man einen tollen Blick über Jorvik.
Jamie: „Der Ausritt war eine gute Idee. Ich hab schon fast vergessen, wie schön es hier ist. Was für ein Ausblick.“
Gillian: „Das ist der Wahnsinn! Schau mal von hier kann man sogar Fort Pinta sehen.“
Jamie wollte mir einen Weg zeigen, der durch eine Höhle führte. Man musste sehr steil hinunterreiten.
Jamie: „Das ist die alte Bärenhöhle. Aber keine Angst, Bären gibt es keine mehr. Sei vorsichtig, könnte rutschig sein.“
Gillian: „Mit den Bären hab ich schon Bekanntschaft gemacht. Das Problem haben die Ranger für uns gelöst ... ganz schön steil hier.“
Der Ausgang an der anderen Seite der Höhle war verschüttet.
Jamie: „Mist, hier gab es wohl einen Steinschlag. Der Ausgang ist versperrt. Das ist eigentlich ein schöner Weg durch die Höhle.“
Gillian: „Ich finde es unheimlich hier. Komm, lass uns lieber verschwinden. Stell Dir vor, es käme jetzt doch ein Bär durch den Hintereingang …“
Als wir gerade zurückreiten wollten, gab es einen ohrenbetäubenden Lärm und Schnee stob durch die Höhle, so dass man seine Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte.
Gillian: „Oh mein Gott, Jamie, pass auf ... zurück !!! Das ist eine Lawine !!!“
Jamie: „Gillian schnell, wir müssen weiter nach hinten! Oh nein, die Lawine hat diesen Eingang auch versperrt!“
Wir saßen fest. Ein Eingang war von Felsen blockiert und den anderen hatte der Schnee verschüttet.
Gillian: „Wir sind eingesperrt. Hier findet uns niemand. Wir werden erfrieren ... oder verhungern und verdursten ... irgendwann werden sie hier unsere Skelette finden ...“
Jamie: „Jetzt beruhige Dich mal, natürlich werden sie uns finden. Sicher suchen sie schon nach uns. Hier drin haben wir keinen Handy-Empfang. Wir setzen uns hier hin, kuscheln uns aneinander – damit es ein bisschen warmer ist und überlegen was wir tun können.“
Hier saßen wir nun, auf Pferdedecken – eingesperrt in der Höhle. Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf.
Gillian: „Weißt Du, ich hatte noch so viele Pläne ... mit der Ranch ... für mein Leben ... glücklich verheiratet sein und einen ganzen Stall voll Kinder haben ... und jetzt, ist das vielleicht nicht mehr möglich ...“
Jamie: „Ein schöner Lebensplan ... würde mir auch gefallen. Lass uns den Plan mal weiterspinnen ... wir könnten verheiratet sein und unseren Stall voller Kinder gemeinsam versorgen. Irgendwann wären wir Großeltern und ... was war das ?!“
Von draußen konnte man laute Geräusche, Maschinen und Stimmen hören. Die Ranger hatten nach dem Lawinenabgang die Gegend kontrolliert und sahen, dass beide Höhleneingänge versperrt waren. Sie entdeckten schwache Hufspuren im Schnee, die in die Höhle führten. Daraufhin riefen sie einen Trupp mit schwerem Gerät, der einen der Eingänge freilegte. Sie hatten uns gefunden ...
Rangerin zu ihrer Kollegin: „Hättest Du die Spuren nicht gesehen, wer weiß was passiert wäre.“
Ich war so froh und erleichtert. Ich musste Jamie einfach umarmen.
Gillian: „Jamie, wir hatten großes Glück. Ich bin so froh, dass Du bei mir warst. Nicht auszudenken, wenn Dir etwas passiert wäre. Danke, dass Du mich beruhigt – und mir in dieser Situation so beigestanden hast.“
Jamie: „Na ja, große Fluchtmöglichkeiten hatte ich ja nicht. Ich bin auch glücklich, dass Dir nichts passiert ist. Eigentlich schade, dass wir unseren Plan nicht weiterspinnen konnten. Ich würde alles für Dich tun, Gillian.“
In der Höhle war eine Bindung zwischen uns entstanden, die ich im Moment nicht einordnen konnte. Aber die letzten Worte berührten mich sehr.