Episode 026
Mulis und andere Nervensägen

Episode 026

Mulis und andere Nervensägen

Ein herrenloses Muli taucht plötzlich auf Meadowland auf und erobert schnell alle Herzen. Doch als sein zweifelhafter Besitzer auftaucht, wird aus dem lustigen Fund eine ernste Angelegenheit.

Als ich am Morgen zum Stall ging, stand ein angebundenes Muli am Brunnen.

Gillian: „Morgen John, wer ist denn mit dem Maultier hier?”

John: „Keine Ahnung, ich dachte Du hättest Besuch. Es stand heute Morgen schon hier als ich kam.“

Wir gingen zum Brunnen.

Gillian: „Na Du Süßer, wem gehörst Du denn? Wo ist Dein Besitzer?“

John: „Ich hab niemand Fremden hier gesehen. Er sieht gepflegt aus, sicher treibt sein Besitzer sich hier irgendwo herum.“

Wir suchten alles ab, konnten aber niemanden entdecken.

Gillian: „Ich geb auf, wir haben jetzt die ganze Ranch abgesucht. Hier ist niemand, der hier nicht hingehört.“

Jamie: „Vielleicht hat ihn jemand ausgesetzt. Behalte ihn, ein Maultier passt perfekt zu Dir. Dann könnt ihr im Duett maulen.“

Ha ha, der Spaßvogel. Aber vielleicht hatte Jamie recht und es hatte wirklich jemand das Maultier einfach hiergelassen. Es war ja bekannt, dass die Ranch ein Zufluchtsort für Pferde war. Ich fragte bei der Polizei nach, ob irgendwo ein Maultier vermisst wurde ... nichts. Also behielten wir ihn erst einmal auf Meadowland ... unser süßes Findelkind, das ich auf den Namen Corny taufte. Wie sich herausstellte, war Corny reitbar. Er stellte sich sehr geschickt beim Zusammentreiben der Kühe an. Ein mutiger, kleiner Kerl - der uns oft mit seinen Grimassen zum Lachen brachte. Er integrierte sich sehr gut in die Herde der Ranchpferde und somit beschlossen wir, ihn zu behalten. Da er weder gechipt war, noch ein Brandzeichen hatte, war sein Besitzer nicht zu ermitteln. Ich hatte etwas im Westcap Fischerdorf zu erledigen, als mich einer einer der Fischer ansprach. Er wollte wissen, ob das Bobs Muli wäre.

Fischer: „Guten Tag, junge Dame. Das ist doch Higgins, Bobs Muli. Ich hab ihn lang schon nicht mehr gesehen. Wusste gar nicht, dass er ihn verkauft hat.“

Bob sagte mir nichts. Dieser Bob würde die Schmuggelware zwischen seinen Verstecken mit dem Muli transportieren. Oha! Dieser Bob musste ja ein ganz seriöser Mensch sein. Ich machte mich lieber aus dem Staub. Damit wollte ich nichts zu tun haben. Zurück auf Meadowland besprachen Jamie und ich gerade die anstehenden Arbeiten.

Gillian: „Du musst mal nach dem Dach schauen, ich glaube da ist etwas ...“

Wir wurden jäh unterbrochen. Oh nein, das musste Bob sein.

Bob: „Hey Leute, ich habe gehört ihr habt etwas, das mir gehört. Das will ich jetzt haben. Mein Kollege da hinten, hat es hier versehentlich abgestellt, als ich eine Weile - sagen wir ... abtauchen musste.“

Ich hatte nicht erwartet, dass er hier auftauchte. Sicher hatte der Fischer ihm davon erzählt. Eines war klar, ich würde ihn Corny nicht mitnehmen lassen. Wer weiß, was bei Bobs nächstem 'Abtauchen' mit ihm passieren würde. Es gab eine lange Diskussion. Zum Glück war Jamie dabei. Bob drohte uns, er würde am nächsten Tag wiederkommen und das Muli mitnehmen. Dann würde es aber nicht mehr so freundlich ablaufen.

Gillian: „Was sollen wir jetzt tun? Dieser Bob und sein Kollege haben mir richtig Angst gemacht.“

Jamie: „Gillian, ich glaube das sollten wir nicht alleine regeln. Es ist besser, wir schalten die Polizei ein.“

So machten wir es. Ich informierte die Polizei, die am nächsten Tag Stellung bezog. Bob und sein Kollege Rob kamen und bauten sich bedrohlich vor uns auf.

Gillian: „Corny bleibt hier und Sie gehen jetzt!“

Bob wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als der Polizist hinter dem Baum hervortrat.

Jamie: „Hey Bob, ich glaube Sie bekommen Besuch!“

Polizist: „Na sieh mal an, wen haben wir denn da? Bob und Rob ... Hier wird heute gar nichts mitgenommen, außer euch Beiden!“

Ich war so erleichtert, als der Polizist Rob und Bob in Handschellen mitnahm.

Gillian: „Boah, das war so aufregend ... hast Du ihre Gesichter gesehen?!“

Jamie: „Na dann warte erstmal auf mein Gesicht, wenn das Maultier und seine zweibeinige Kollegin mir mit ihrem Gemaule den ganzen Tag in den Ohren liegen ...“

Deutsch Deutsch lesen
Originalfassung

English Read in English
Translated version

Zur Bilderfolge

© Meadowland − Story & Artwork by Gillian Meadowland • All rights reserved.