Episode 019
Besuch aus Wildwoods

Episode 019

Besuch aus Wildwoods

Ein fremdes Pferd taucht nahe Meadowland auf – und bringt eine Überraschung mit. Für Gillian wird eine Nacht im Stall zu einem Erlebnis, das sie nie vergessen wird.

Ich war mit Field unterwegs. Plötzlich sah ich ein Pferd im Schnee liegen. Es lag ganz still und schaute zu uns. Ich rief Josh an

Gillian: „Josh, in dem Wäldchen hinter der Feuerstelle liegt ein Pferd … nein, es ist keines von uns. Ich weiß nicht was es für eine Rasse ist. Ich glaube es hat etwas. Komm bitte her.“

Josh kam und wir nahmen das Pferd mit.

Josh: „Das ist ein Jorviksches Urpferd. Sie leben eigentlich in Wildwoods. Vermutlich hat sie sich hierher verlaufen. Und Du hattest recht, sie hat etwas … sie ist tragend … warscheinlich kurz vorm Abfohlen.“

Ein Fohlen! Das ist ja wundervoll. Wir brachten die Sture in eine der Boxen. Josh meinte wir sollten sie lieber alleine lassen, damit sie sich beruhigt. Die Natur würde das schon alleine regeln und sollte wirklich etwas sein, wären wir ja gleich nebenan. Wir gingen ins Reiterstübchen, aßen eine Kleinigkeit und unterhielten uns. Ich war froh, dass Josh hier war. Er strahlte Ruhe und Sicherheit aus. Im Grunde genommen mochte ich ihn … sehr.

Josh: „Dir ist schon klar, das hier ist ein Date. Du hast mich angerufen, ich solle kommen. Dann hast Du mich in den Stall gelockt und jetzt sitzen wir hier bei einem Candlelight-Dinner.“

Gillian: „Ja weißt Du, ich komme immer in so romantische Stimmung, wenn eine fohlende Stute nebenan liegt. Und dann lad ich mir regelmäßig Cowboys auf einen Reisbrei mit Zimt ein.“

Nach ein paar Stunden war das Fohlen auf der Welt. Alles war gutgegangen. Mutter und Kind lagen eng zusammen in der Box. Mir kamen die Tränen.

Josh: „Hey Missy, was ist los? Du weinst doch nicht etwa…“

Gillian: „Doch, ich hab Zwiebeln geschnitten … ich habe so etwas wundervolles noch nie miterlebt. Josh – ich könnte jetzt eine Umarmung vertragen.“

Er nah mich in seinen Arm. Es fühlte sich gut an.

Josh: „Das hätte ich mir heute Morgen nicht träumen lassen … gefällt mir sehr, wenn Du so emotional wirst. Ich glaube, ich muss mehr tragende Stuten besorgen.“

Gillian: „Ok, langt schon wieder. Fast hätte ich etwas gesagt, dass ich später vielleicht bereut hätte. Gut, dass Du mir zuvor gekommen bist, Spaßvogel.“

Ein paar Tage später standen wir bei ihrer Box. Die Stute und ihr Fohlen waren wohlauf.

Josh: „Wir sollten die beiden auf die Koppel stellen. Die Stute ist den Stall nicht gewöhnt. Sie ist unruhig. Nicht dass dem Fohlen etwas passiert.“

Gillian: „Es ist doch viel zu kalt. Das Fohlen ist erst ein paar Tage alt. Es wird sich erkälten und Fieber bekommt es ganz sicher … wahrscheinlich auch Husten.“

Der Auslauf auf der Koppel tat beiden sichtlich gut. Das Fohlen sprang umher und wetteiferte mit seiner Mutter beim Trab. Sie waren ständig in Bewegung. Wie Josh schon sagte, die Stute kannte keinen Stall und keine Box. Doch die Weiten Wildwoods kannte sie. Irgendwann würde ich mir das ansehen. Eine Woche später fand ich Josh und einen Mann auf der Koppel des Urpferdes.

Gary: „Da ist ja die Kleine. Ich hab Dich schon vermisst.“

Josh: „Gillian, das ist Gary. Er lebt in Wildwoods und schaut nach den Urpferden. Er nimmt die beiden mit zurück zu ihrer Herde.“

Gillian: „Was?! Mit zurück … jetzt, aber … hierbleiben … süßes Fohlen … kümmern …“

Gary nahm die Stute und ihr Fohlen mit zurück nach Wildwoods. Sicher war es für die beiden das Beste. Aber so ein Fohlen auf der Ranch … Ich würde den Abend der Geburt nie vergessen und auch das – was dieser Abend in mir auslöste.

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