Der Wallach Popy bringt seine Besitzerin an ihre Grenzen. Als Gillian seinem Verhalten auf den Grund geht, stößt sie auf eine Vergangenheit, die alles erklärt.
Sienna Duncan, eine neue Kundin hatte mich angerufen und brachte ihr Pferd Popy vorbei.
Gillian: „Guten Morgen, ich bin Gillian. Das ist wohl Popy.“
Sienna: „Guten Morgen, ja das ist er. Ich bin Sienna. Sie sind meine Rettung!“
Wir gingen mit Popy erst einmal ins Roundpen
Gillian: „Erzähl mal, was genau ist Popys Problem?“
Sienna: „Mit Popy habe ich mir einen Traum verwirklicht. Es war Liebe auf den ersten Blick. Er ist schon brav, doch dann fängt er plötzlich an zu buckeln, zu bocken oder steigt. Es ist, als wäre ein Schalter umgelegt worden.“
Sie ritt ein paar Runden auf dem Roundpen und plötzlich legte Popy los. Sienna konnte sich gerade noch oben halten
Sienna: “ Siehst Du?! Genau das meine ich. Wir reiten ganz gemütlich und mir einem Mal passiert es. Das macht mir Angst.“
Popy würde erst einmal hierbleiben. Sienna hatte ihr auf einem Pferdemarkt bei einer Western-Veranstaltung gekauft. Er wäre gut ausgebildet, hatte der Verkäufer versichert. Ein paar Mal war Sienna bereits so heftig gestürzt, dass sie ärztlich versorgt werden musste. Ganz wohl war mir nicht, aber ich wollte ihr unbedingt helfen. Ich hatte zwar lange Reiterfahrung, aber keine Bereiter-Ausbildung. Jetzt musste ich ihn reiten. Ein etwas ungutes Gefühl hatte ich schon, aber das musste ich aus dem Kopf kriegen, damit es sich nicht auf Popy übertrug. Er war ein neugieriges und menschenbezogenes Pferd, das merkte man sofort. Und so alberten wir beim Putzen und Satteln herum, was auch meinen Kopf etwas freier machte.
Gillian: „So Popy dann wollen wir mal schauen, was Dich so ärgert, dass Du in die Luft gehst.“
Popy war sehr brav. Als ich ihn gerade loben wollte und die Worte ‚Guter Junge‘ noch nicht ganz ausgesprochen hatte – ging es los. Er buckelte was das Zeug hielt. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr halten und fiel …Autsch! Wesley und die Tierärztin hatten mir zugeschaut und kamen sofort angelaufen. Benommen lag ich noch am Boden
Tierärztin: „Gillian alles ok? Bleib liegen.“
Gillian: „Alles bestens. Ich glaube ich sollte jetzt mal dringend ein Telefonat führen!“
Ich rief Mr. Brixton – Popys Verkäufer an
Gillian: „Mr. Brixton, Sie haben ihr Pferd Popy an Sienna Duncan verkauft. Das Pferd macht Probleme … … … können Sie mir etwas dazu sagen?“
Mr. Bricton: „Das habe ich mir schon gedacht, als sie Popy kaufte. Sie wollte nichts über ihn wissen, obwohl ich ihr ein paar Sachen erklären wollte. Wie geht es Popy? Ich werde Ihnen
jetzt mal seine Geschichte erzählen, dann werden Sie sehen – er ist ein gutes Pferd, das nie Probleme macht.“ Mr. Brixton hatte Popys schon von Geburt an. Popy wurde in der Westernreitweise ausgebildet und war jahrelang Arbeitspferd auf der Ranch. Als die Ranch verkauft werden musste, suchte Mr. Brixton eine Arbeit bei der er mitnehmen konnte. Die beiden wurden Rodeo-Clowns. Brixton brachte Popy bei, immer wenn er ‚guter Junge‘ sagte – zu bocken und zu buckeln. Damit hatten sie viel Erfolg bei ihren Shows. Jetzt wurde mir einiges klar. ‚Guter Junge‘ war Popys Stichwort und dann tat er das, was er tun sollte. Also begann ich damit, Popys Triggerwort zu entschärfen
Gillian: „Guter Junge, ja so ist es brav. Wenn ich ‚guter Junge‘ sage und Du bleibst ruhig, darfst Du wieder von der Karotte abbeißen.“
Popa verstand schnell und irgendwann klappte es richtig gut. Ich rief Sienna an, die es gleich ausprobieren wollte.
Sienna: „Gillian, das klappt super. Komm mein guter Junge … uups!“
Sienna war glücklich. Dennoch vereinbarten wir ‚guter Junge‘ vorsichtshalber durch ‚braver Junge‘ zu ersetzen. Mr. Brixton hatte recht. Popy war wirklich ein sehr gutes Pferd.